Vorbereitung (Punkte 1 bis 4)

1. Bestand aufnehmen. Exportieren Sie aus der Google Search Console alle Seiten, die in den letzten zwölf Monaten Klicks bekommen haben. Das ist Ihre Liste der Seiten, die nicht verloren gehen dürfen. Dazu kommt eine vollständige Liste aller alten Adressen, auch Bilder und PDF-Dateien, die irgendwo verlinkt sind.

2. Ziel festlegen. Mehr Direktbuchungen, drei Sprachen, Buchungssystem eingebaut, schneller am Handy? Schreiben Sie es in drei Sätze auf. Daran messen Sie am Ende, ob der Relaunch gelungen ist. Was eine Hotel-Website heute leisten muss, steht auf der Seite Websites für Hotels.

3. Zeitpunkt wählen. Nebensaison, mehrere Wochen vor der nächsten Buchungswelle. In Südtirol meist November oder April. Nie in der Woche vor Weihnachten, Ostern oder Ferragosto.

4. Zugänge sichern. Domain, Hosting, Google Search Console, Google-Unternehmensprofil, Buchungssystem, Portale. Wer die Zugangsdaten nicht hat, kann am Launch-Tag nichts umstellen. Mehr dazu im Glossar unter Hosting, Domain und DNS.

Inhalte (Punkte 5 bis 8)

5. Jede Seite prüfen: behalten, überarbeiten, streichen. Seiten mit Klicks und aktuellem Inhalt übernehmen. Veraltete Seiten überarbeiten. Seiten ohne Besucher und ohne Zweck streichen, aber weiterleiten (Punkt 12).

6. Zimmer, Preise, Angebote aktualisieren. Der Relaunch ist der Moment, alte Preise, abgelaufene Pakete und Fotos vom Vorbesitzer zu entfernen. Saisonpreise für das kommende Jahr gehören schon hinein.

7. Title und Description je Seite. Jede Seite bekommt einen eigenen Titel mit dem Hauptbegriff vorne und eine Beschreibung von 140 bis 160 Zeichen. Nicht aus der alten Seite kopieren, wenn dort überall „Startseite" stand. Details im Glossar unter Title und Description.

8. Bilder in richtiger Größe. Keine 6-MB-Fotos aus der Kamera. Bilder für das Web verkleinern, als WebP oder optimiertes JPEG, mit beschreibendem Alt-Text: „Doppelzimmer Alpenrose mit Balkon und Blick auf den Kronplatz", nicht „IMG_4711".

Technik (Punkte 9 bis 11)

9. Ladezeit messen. Vor dem Start mit PageSpeed Insights am Handy testen. Ziel: grüne Werte bei den Core Web Vitals. Häufige Bremsen: große Bilder, Video-Hintergründe, Google Fonts, zu viele Plugins. Was die Werte bedeuten: Ladezeit und Core Web Vitals.

10. SSL, Sitemap, robots.txt. Die Seite läuft nur über https, die alte http-Adresse leitet weiter. Eine Sitemap listet alle neuen Seiten in allen Sprachen. Die robots.txt sperrt nichts, was gefunden werden soll. Ein häufiger Fehler: Die Testumgebung war für Suchmaschinen gesperrt, und die Sperre bleibt nach dem Start drin.

11. Strukturierte Daten. Hotel oder LodgingBusiness mit Adresse, Telefon, Geokoordinaten, Preisspanne, Sprachen. FAQ-Abschnitte als FAQPage. Nach dem Start mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google prüfen.

Weiterleitungen (Punkte 12 bis 13)

12. Jede alte Adresse per 301 weiterleiten. Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Liste. Eine Tabelle mit zwei Spalten: alte Adresse, neue Adresse. Jede alte Seite, die Klicks hatte, bekommt eine passende neue Zielseite mit ähnlichem Inhalt, nicht pauschal die Startseite. Die 301-Weiterleitung sagt Google, dass die Seite dauerhaft umgezogen ist, und überträgt den Wert. Fehlt sie, landen Gäste aus alten Links, Verzeichnissen und Portalen auf einer Fehlerseite.

13. Weiterleitungen testen. Vor dem Start auf der Testumgebung jede Zeile der Tabelle aufrufen. Nach dem Start noch einmal. Weiterleitungsketten (alt auf alt auf neu) vermeiden, jede alte Adresse zeigt direkt auf das Ziel.

Sprachen (Punkte 14 bis 15)

14. hreflang je Seite. In Südtirol hat jede Seite eine deutsche, italienische und meist englische Version. Jede Version verweist per hreflang auf alle anderen und auf sich selbst, dazu x-default. Fehlt das, zeigt Google italienischen Gästen die deutsche Seite oder behandelt die Versionen als Kopien.

15. Übersetzungen prüfen. Keine maschinell übersetzten Menüs, keine gemischten Sprachen auf einer Seite, Title und Description in jeder Sprache eigen. Warum Italienisch mehr braucht als eine Übersetzung, steht im Artikel Hotel-Website auf Italienisch.

Datenschutz (Punkte 16 bis 17)

16. Schriften, Karten, Videos lokal oder mit Einwilligung. Google Fonts vom eigenen Server laden, Google Maps und YouTube erst nach Klick einbinden. Das vermeidet Abmahnungen und macht die Seite schneller.

17. Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweis, Impressum. Die Datenschutzerklärung muss zur neuen Technik passen: welches Hosting, welches Buchungssystem, welche Formulare, welche Statistik. Cookie-Banner nur, wenn tatsächlich einwilligungspflichtige Cookies gesetzt werden. Impressum mit Partita IVA und vollständiger Anschrift.

Launch-Tag (Punkt 18)

18. Ablauf am Tag selbst. Morgens, nicht freitags abends. Reihenfolge: letzte Sicherung der alten Seite, DNS oder Hosting umstellen, SSL prüfen, Weiterleitungen testen, Sitemap in der Search Console einreichen, Formulare und Buchungsstrecke einmal selbst durchspielen, Link im Google-Unternehmensprofil und in den Portalen prüfen. Jemand ist den ganzen Tag erreichbar.

Nachkontrolle (Punkte 19 bis 20)

19. Search Console zwei Wochen beobachten. Täglich den Bericht „Seiten" und „Nicht gefunden (404)" prüfen. Jede neue 404-Adresse bekommt eine Weiterleitung. Abdeckung der Sitemap ansehen: Sind alle neuen Seiten indexiert? Klicks und Impressionen mit den Wochen vor dem Relaunch vergleichen. Kurze Schwankungen sind normal, ein Einbruch über zwei Wochen ist ein Zeichen für fehlende Weiterleitungen.

20. Nach vier Wochen Bilanz ziehen. Ziele aus Punkt 2 prüfen: Anfragen, Buchungen, Ladezeit, Rankings der wichtigsten Begriffe. Dann die Seite in den Betreuungsmodus übergeben: Updates, Sicherheit, kleine Änderungen. Bei Alpin Systems kostet die Betreuung 79 Euro im Monat, mit zwei Stunden Änderungen 119 Euro, alle Preise netto auf der Preisseite. Ein regelmäßiger Blick auf die Seite vor jeder Saison lohnt sich ohnehin: 15-Punkte-Check vor der Saison.

Häufige Fragen

Verliere ich bei einem Relaunch meine Google-Rankings?

Nicht, wenn jede alte Adresse per 301 auf die passende neue Seite weiterleitet, die wichtigsten Inhalte erhalten bleiben und die neue Seite technisch sauber ist. Kurze Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Rankingverluste entstehen fast immer durch fehlende Weiterleitungen oder gelöschte Inhalte.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Relaunch einer Hotel-Website?

In der Nebensaison, mehrere Wochen vor der nächsten Buchungswelle. Für Häuser in Südtirol ist das meist November oder April. So bleibt Zeit, Fehler zu beheben, bevor die Anfragen für Winter oder Sommer kommen. Nie in der Woche vor Weihnachten oder Ferragosto.

Was ist eine 301-Weiterleitung und warum ist sie so wichtig?

Eine 301-Weiterleitung sagt Browser und Suchmaschine, dass eine Seite dauerhaft unter einer neuen Adresse liegt. Google überträgt dann den Wert der alten Adresse auf die neue. Fehlt sie, landen Gäste und Suchmaschinen auf einer Fehlerseite, und das Ranking der alten Seite geht verloren.

Muss ich beim Relaunch alle Texte neu schreiben?

Nein. Texte, die gut ranken und noch stimmen, übernehmen Sie und bessern sie nach. Neu schreiben sollten Sie Seiten, die veraltet sind, zu wenig Inhalt haben oder das Haus nicht mehr richtig beschreiben. Ein Relaunch ist der richtige Moment, jede Seite einmal zu prüfen.

Wie lange sollte die alte Website nach dem Relaunch erreichbar bleiben?

Die alte Website selbst wird abgeschaltet, aber die Weiterleitungen von den alten Adressen sollten dauerhaft bestehen bleiben, mindestens ein Jahr. Links aus Verzeichnissen, Portalen und alten Mails zeigen noch lange auf die alten Adressen.