Zwei Wege zur Hotel-Website
Baukasten heißt: Wix, Jimdo, Squarespace oder ein fertiges WordPress-Theme. Sie wählen eine Vorlage, tauschen Bilder und Texte, zahlen ein Abo und sind online. Die Technik gehört dem Anbieter, Sie mieten sie.
Eigene Website heißt: Jemand baut die Seite in eigenem Code für Ihr Haus, mit Design, Struktur und Funktionen, die zu Ihnen passen. Sie zahlen einmal für die Erstellung und monatlich für Hosting und Pflege. Die Dateien gehören Ihnen.
Der Unterschied zeigt sich nicht am ersten Tag, sondern nach zwei Saisonen, wenn der Gast aus Mailand die italienische Seite öffnet, das Buchungssystem angebunden werden soll oder die Datenschutzerklärung geprüft wird.
Ladezeit
Baukästen laden für jede Seite den gesamten Werkzeugkasten mit, auch die Teile, die Sie nie benutzen. Dazu kommen oft unkomprimierte Bilder, weil der Betreiber sie direkt vom Handy hochlädt. Das Ergebnis sind drei bis sechs Sekunden auf dem Handy im Funkloch zwischen Brixen und Bruneck. Google misst das und reiht langsame Seiten weiter hinten ein. Eine in eigenem Code gebaute Seite lädt nur, was sie braucht, und liegt bei unter einer Sekunde. Für ein Hotel, das über Google gefunden werden will, ist das kein Detail.
Datenschutz: Schriften und Cookies
Die meisten Baukästen laden Schriften von Google-Servern und setzen Cookies, bevor der Gast etwas eingewilligt hat. Beides lässt sich bei manchen Anbietern abschalten, bei anderen nicht, und die Einstellung ändert sich mit jedem Update des Systems. In Deutschland und Österreich sind Google Fonts ohne Einwilligung ein Abmahngrund, und ein Hotel in Südtirol hat überwiegend deutsche Gäste. Bei einer eigenen Website liegen die Schriften auf dem eigenen Server, es gibt keine fremden Verbindungen, und die Datenschutzerklärung passt zur Technik, weil die Technik bekannt ist. Mehr dazu im 15-Punkte-Check.
Mehrsprachigkeit
Ein Haus in Südtirol braucht Deutsch, Italienisch und Englisch. Baukästen bieten dafür meist eine Zusatzfunktion, die Seiten automatisch übersetzt oder Sie zwingt, die ganze Seite dreimal zu bauen und bei jeder Änderung dreimal zu pflegen. Adressen, Titel und Beschreibungen für Google sind pro Sprache oft nicht sauber trennbar. Eine eigene Website legt jede Sprache als eigene Struktur an, mit eigenen Adressen, und Google versteht, welche Seite für welchen Gast gedacht ist.
Buchungssystem einbinden
Hier trennt sich am deutlichsten. In einen Baukasten lässt sich meist nur ein fremdes Buchungs-Widget einbetten: ein Kasten in fremdem Design, der auf dem Handy schlecht funktioniert und dessen Daten beim Widget-Anbieter liegen. Eine eigene Website kann ein Buchungssystem nahtlos integrieren: Kalender, Preise und Anfrage sehen aus wie der Rest der Seite, und die Gästedaten bleiben bei Ihnen. Warum das für den Anteil der Direktbuchungen entscheidend ist, erklärt der Artikel Direktbuchung statt Portal.
Kosten über fünf Jahre
Rechnen Sie nicht den ersten Monat, sondern fünf Jahre. Das ist die realistische Lebensdauer einer Hotel-Website.
Baukasten: Ein Tarif mit eigener Domain, ohne Werbung und mit genug Speicher für Fotos liegt je nach Anbieter grob zwischen 15 und 40 € im Monat. Über fünf Jahre sind das 900 bis 2.400 €. Dazu kommen kostenpflichtige Zusatzfunktionen für Sprachen oder Buchung, eine Vorlage, Ihre eigene Arbeitszeit für Aufbau und Pflege, und am Ende der fünf Jahre haben Sie nichts in der Hand: Wer den Anbieter wechselt, fängt von vorn an.
Eigene Website: Website Ferienwohnung ab 1.190 € mit Betreuung Basis für 39 €/Monat, Website Hotel mit bis zu zwölf Seiten in drei Sprachen ab 3.590 € mit Betreuung inklusive kleiner Änderungen für 79 €/Monat. Über fünf Jahre ergibt das rund 3.500 € für eine Ferienwohnungs-Website und rund 8.300 € für eine Hotel-Website, netto. Dafür entfällt Ihre eigene Arbeitszeit, die Seite ist auf dem aktuellen Stand, und die Dateien gehören Ihnen.
In reinem Geld ist der Baukasten also günstiger, auch nach fünf Jahren, wenn auch bei der Ferienwohnung nur noch knapp. Die Frage ist, was eine einzige Direktbuchung mehr pro Woche über fünf Jahre wert ist, und was eine Abmahnung oder ein schlechter erster Eindruck kostet. Für ein Hotel mit Zimmerpreisen ab 120 € entscheidet das die Rechnung, für zwei Ferienwohnungen eher nicht. Alle Preise stehen auf der Seite Preise.
Der Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Baukasten | Eigene Website |
|---|---|---|
| Start | In Tagen, selbst gemacht | In Wochen, mit Fachperson |
| Ladezeit auf dem Handy | Meist drei bis sechs Sekunden | Unter einer Sekunde möglich |
| Schriften und Cookies | Oft Google-Server, Cookies vor Einwilligung | Lokal, keine fremden Verbindungen |
| Drei Sprachen | Zusatzfunktion, dreifache Pflege | Eigene Struktur je Sprache |
| Buchungssystem | Fremdes Widget eingebettet | Nahtlos integriert, Daten bei Ihnen |
| Design | Vorlage, wie viele andere Häuser | Für Ihr Haus gestaltet |
| Eigentum | Gemietet, beim Wechsel verloren | Dateien und Domain gehören Ihnen |
| Kosten über fünf Jahre | Grob 900 bis 2.400 € plus eigene Zeit | Rund 6.300 bis 8.300 €, Pflege inklusive |
| Pflege | Sie selbst | Ein Ansprechpartner, feste Pauschale |
Preise netto, Stand Oktober 2026. Die Baukasten-Spanne ist ein grober Richtwert über verschiedene Anbieter und Tarife, die eigenen Preise sind unsere Festpreise laut Preisliste.
Wann ein Baukasten reicht
Ehrlich gesagt: öfter, als Anbieter wie wir es gern zugeben. Ein Baukasten reicht, wenn Sie zwei Ferienwohnungen vermieten, die Gäste ohnehin über Verband oder Portal kommen, Sie eine Sprache brauchen und kein Budget für eine eigene Website haben. Er reicht auch, wenn Sie den Betrieb in zwei Jahren übergeben oder aufgeben und bis dahin nur eine Adresse mit Fotos, Telefonnummer und Preisen brauchen. In diesen Fällen bauen Sie den Baukasten sauber auf, schalten Google Fonts ab, wo es geht, und stecken das gesparte Geld in gute Fotos. Das bringt mehr als eine programmierte Website, die Sie nicht pflegen.
Wann ein Baukasten nicht mehr reicht
- Sie haben Zimmer oder Wohnungen für mehr als eine Handvoll Gäste gleichzeitig und wollen den Anteil der Direktbuchungen erhöhen.
- Ihre Gäste kommen aus Deutschland, Italien und weiteren Ländern, und drei Sprachen sind Pflicht.
- Sie wollen ein Buchungssystem oder einen digitalen Assistenten einbinden, der zum Haus gehört und nicht wie ein Fremdkörper wirkt.
- Die Website ist Ihr wichtigstes Verkaufsinstrument, und ein schlechter erster Eindruck kostet Buchungen mit drei- oder vierstelligen Beträgen.
- Sie wollen sich nicht selbst um Updates, Datenschutz und Technik kümmern, sondern einen Ansprechpartner haben.
Wenn zwei oder mehr Punkte zutreffen, lohnt sich das Gespräch über eine eigene Website. Was dabei im Pustertal und in ganz Südtirol auf Sie zukommt, beschreibt der Artikel Website erstellen lassen im Pustertal; die Preistreiber erklärt Was kostet Webdesign in Südtirol.