Warum Tirol anders tickt als andere Regionen
Tirol hat eine extrem starke Wintersaison, viele kleine Familienbetriebe mit Ferienwohnungen und Gäste, die zu einem großen Teil aus Deutschland und den Niederlanden kommen. Diese Gäste sind portalgewohnt: Sie suchen auf Booking, Airbnb oder FeWo-direkt, vergleichen dort und buchen dort. Die Folge: Viele Tiroler Vermieter bekommen den Großteil ihrer Buchungen über Portale und zahlen dafür Jahr für Jahr Provision, obwohl ein erheblicher Teil dieser Gäste Stammgäste sind, die auch direkt buchen würden, wenn es einfach ginge.
Die zweite Besonderheit: die Tourismusverbände. In Tirol betreibt fast jeder Tourismusverband eine eigene Buchungsplattform, über die Betriebe Verfügbarkeiten pflegen und Buchungen bekommen. Das ist ein Vorteil, weil viele Gäste über die Verbandsseite suchen. Es ist aber kein Ersatz für einen eigenen Buchungsweg auf der eigenen Website.
Drei Wege, die ein Tiroler Betrieb heute hat
- Portal: Reichweite, sofortige Buchung, dafür Provision und der Gast gehört dem Portal. Der Gast kennt am Ende Booking, nicht Sie.
- Verbandsplattform: Regionale Reichweite, meist günstiger als Portale, aber die Buchung findet auf der Verbandsseite statt, und Ihr Betrieb ist einer von vielen in der Liste.
- Eigenes Buchungssystem auf Ihrer Website: Der Gast landet bei Ihnen, sieht Verfügbarkeit und Preis und bucht oder fragt an. Sie bestimmen die Konditionen, die Gästedaten bleiben bei Ihnen.
Die drei schließen sich nicht aus. Der sinnvolle Weg für die meisten Betriebe: Portale für neue Gäste, Verband für die Region, eigenes System für Stammgäste und alle, die Sie über Google oder Empfehlung finden. Mehr dazu im Artikel Direktbuchung statt Portal.
Worauf es in Tirol konkret ankommt
1. Zwei Saisonen, zwei Preislogiken
Weihnachten, Fasching, Ostern, Hochsommer: Tiroler Betriebe haben oft sechs bis acht Preisperioden im Jahr, dazu Mindestaufenthalte in der Hochsaison und feste Anreisetage. Ein Buchungssystem muss das abbilden, ohne dass Sie jedes Jahr eine Tabelle neu bauen. Fragen Sie jeden Anbieter: Kann ich Preisperioden mit Mindestaufenthalt und Anreisetag selbst anlegen?
2. Pakete statt nur Übernachtung
Skipass inklusive, Halbpension, Sommer-Bergbahnticket: In Tirol wird viel über Pakete verkauft. Das System sollte Zusatzleistungen pro Person und pro Aufenthalt anbieten können, am besten als Auswahl im Buchungsschritt statt als Fußnote.
3. Gästekarte und Verband
Viele Tiroler Regionen geben Gästekarten aus, die über die Gästemeldung an den Verband laufen. Ein eigenes Buchungssystem ersetzt diese Meldung nicht. Klären Sie vor dem Kauf, wie Buchungen aus Ihrem System in Ihre Gästemeldung kommen: händisch, per Export oder über eine Schnittstelle. Wir sagen Ihnen im Gespräch ehrlich, was bei Ihrem Verband möglich ist.
4. Deutsche und niederländische Gäste
Deutsch und Englisch sind Pflicht, Niederländisch für viele Betriebe ein echter Vorteil. Preise in Euro, Bestätigung per E-Mail in der Sprache des Gastes, klare Stornobedingungen: Das sind die Dinge, die ein deutscher Gast von Booking gewohnt ist und auch bei Ihnen erwartet.
5. Verfügbarkeit überall gleich
Wenn Sie auf Portalen, beim Verband und auf der eigenen Website buchbar sind, braucht es eine Stelle, an der die Verfügbarkeit stimmt. Sonst passiert die Doppelbuchung in der Weihnachtswoche. Ein Channel Manager oder ein Hotelprogramm mit Schnittstelle löst das; wir prüfen, was zu Ihrem bestehenden System passt.
Die Checkliste für Tiroler Vermieter
- Preisperioden, Mindestaufenthalt und Anreisetage selbst pflegbar?
- Zusatzleistungen und Pakete im Buchungsschritt?
- Verfügbarkeit mit Portalen und Verband abgeglichen?
- Weg der Buchungsdaten in die Gästemeldung geklärt?
- Mindestens Deutsch und Englisch, Bestätigung in der Gastsprache?
- Anfrage oder Sofortbuchung, Sie entscheiden pro Zeitraum?
- Funktioniert alles auf dem Handy, auf dem der Gast am Sonntagabend sucht?
- Wer hilft, wenn im Dezember etwas nicht geht, und wie schnell?
Die allgemeine Checkliste für kleine Betriebe finden Sie im Artikel Buchungssystem für Ferienwohnungen und Pensionen.
Abrechnung über die Grenze
Alpin Systems hat seinen Sitz in Südtirol, eine Stunde vom Brenner. Für Betriebe in Österreich läuft die Abrechnung im EU-Reverse-Charge-Verfahren: Die Rechnung weist keine italienische Mehrwertsteuer aus, Ihr Steuerberater kennt das. Einrichtung und Betreuung laufen per Video und Telefon, Termine in Tirol nach Absprache.